Auf einer Karte Nordasiens scheinen sich die Weiten Russlands nahtlos in ein geheimnisvolles Land, bekannt als Sibirien, einzufügen. Aber wenn man in die östlichste Region Russlands reist, wird man hören: "Du bist nicht mehr in Sibirien. Das ist der russische Ferne Osten." Auf gewisse Weise ist hier für einen Europäer das "Weltende". Bis nach Wladiwostok sind es tatsächlich über 9000 Kilometer von Moskau, und die Zeitverschiebung zwischen dem Fernen Osten und Mitteleuropa ergibt 10 Stunden.

Hiesige Bevölkerung ist aber bestimmt nicht von der restlichen Welt abgeschnitten. Von Wladiwostok und Chabarowsk, für den Tourismus besonders bedeutsamen Städten, gibt es direkte Flugverbindungen nach Japan, Thailand, Süd- und Nordkorea und den USA ebenso wie Schiffsanbindungen zu Japan und Südkorea. Quer durchs Ländle besteht die Transsibirische Eisenbahnverbindung mit Abweichungen zur Grenzlinie und zur Pazifik-Küstenregion.

Nördlich erstreckt sich der russische Fernost von der Hafenstadt Wladiwostok bis zur Beringstraße, südlich an China, Nordkorea und das Japanische Meer angeschlossen. Von Ost nach West sind es vier Zeitzonen und Berge mit Taigawäldern, die fast so groß sind wie Australien. Doch trotz seiner Nähe zu Asien ist der Ferne Osten deutlich russisch: Aus den meisten Städten treiben sich alte Betonwohnhäuser aus sowjetischer Zeit empor, "Baltika" ist das Bier der ersten Wahl und die berühmten Hochzeits-Partys tauchen im Sommer immer wieder am Straßenrand auf.

Der mehr als ein Drittel des russischen Territoriums ausmachende Föderalbezirk Fernost ist ein strategisch wichtiger Wirtschaftsfaktor für Russland. Ungefähr die Hälfte dessen Landfläche liegt im riesigen Gebiet der Sacha-Republik, die geographisch oft eher als Teil des benachbarten Ostsibiriens betrachtet wird.

Nicht nur angesichts ihrer Bodenschätze, dem Überfluss an Meeresdelikatessen und Wertpelzwerk, sondern nicht zuletzt hinsichtlich der Kulturmonumenten aus dem 1. Jtd. vor Christus ist die fernöstliche Region Russlands bekannt. Hierbei gehören alte Gruften, Freilegungen der steinzeitlichen Eskimo-Siedlungen und Felszeichnungen - Petroglyphen. Merkwürdige Tier- und Pflanzenarten, unschätzbare Fische, beträchtliche Walross- und Robben-Lagerorten, Felsuferästhetik der Beringstraße, Thermal-Mineralquellen - ein Leitbild eines nachhaltigen und naturfreundlichen Tourismus.


Amur

Kann man am selben Tag ohne Visum nach China Kommen, einen Raketenstart beobachten und einen Dinosaurierknochen am finden? Ja, wenn Sie das Amur-Gebiet besuchen, achten Sie auf eine vernünftige Zeitplanung. Ansonsten kann man sich in der endlosen Taiga verirren und den Smartphone-Speicher schnell mit Fotos von gefährdeten Tieren verbrauchen.



Jakutien - Republik Sacha

Russland ist weltweit als kaltes Land mit harten und schneereichen Wintern bekannt. Jakutien rechtfertigt dieses Klischee zum Teil, schließlich sind hiesige Winter extrem kalt. Dies wird jedoch durch die Schönheit der Region, den Gemüt der Bevölkerung und ihre große Kulturgeschichte mehr als ausgeglichen. Jakutien deckt ein riesiges Gebiet im Nordosten Russlands ab und ist das größte Föderalsubjekt des Landes. Reich an Diamanten, Eis und arktischen Wüsten - Tundras, umfasst die Republik viele wirklich großartige Gegende. Hier befindet sich der Lena Fluss mit seinen berühmten Lena-Säulen und zahlreichen Diamantenminen. Jakutien ist reich an verschiedenen Tieren, die man nur in ihren natürlichen Lebensräumen sehen kann.



Chabarowsk, ein Stück Kontinentaleuropa in Asien

Chabarowsk ist ein Teil Osteuropas in Nordasien und die kosmopolitischste Stadt der Region. Es liegt auf mehreren Hügeln mit Blick auf den mächtigen Amurfluss, den neuntlängsten Fluss der Welt. In Chabarowsk kann man China über den Amur erblicken, einer natürliche Grenze zwischen diesen beiden Supermächten.



Jüdisches Autonomes Gebiet

Birobidschan, die Hauptstadt der jüdischen Autonomen Region, sollte ab 1934 sowjetischen Juden eine Heimat sein. Heute ist es einziges offizielles jüdisches Territorium der Welt außerhalb Israels.

Angesichts der sumpfigen Lage und des schlechten Klimas konnte die Region nicht so richtig gedeihen. Trotz einer winzigen, hier lebenden Anzahl von Juden, behält Birobidschan einige Hinweise auf sein jüdisches Erbe bei und ist ein angenehmer und ungewöhnlicher Ort, um auf dem Weg durch die Transsibirische Region kurz auszusteigen und zu wandern.



Pazifisches Russland

Diese beiden Worte vermitteln eine Philosophie der Menschen am östlichen Rand Russlands, an der westlichen Seite des Pazifischen Ozeans. Eine Mischung aus endlosem Ozean, Bergen und Wäldern mit der unaufhaltsamen Energie der Hafenstädte; es erinnert an das Erbe der ersten Entdecker, ist offen für die asiatische Kultur und hält stark an den russischen Wurzeln fest.





Die Winter sind frostig, dürr und sonnig, folglich die Gesundheit besonders fördernd. Infolge der Lufttrockenheit ist auch harte Frostigkeit bekömmlicher hinzunehmen. Die günstigste Reisezeit ist in den Sommermonaten. Da der unmittelbar an der Pazifikküste befindlicher Verwaltungsbezirk Primorje im ähnlichen Breitengrad wie Sotschi am Schwarzen Meer liegt, scheint die Sonne hier 180 bis 200 Tage im Jahr.

Sehenswertes in Hülle und Fülle bietet fernöstliche Natur einem Europäer. Dessen Hintergrund ist die Begegnung der eurasischen Landfläche und dem Pazifik. Hier findet man traumhafte Unterwasserlandschaft, sandige Strände und hübsche Spazierfahrten. Egal ob urwaldartige Taiga, Bergflüsse mit Wasserfällen und Stromschnellen, lianenumwundene Baumriesen an steilen Berghängen oder heilkräftigen Heilbäder – die vielfältige Landschaft im Fernen Osten ist stets ein Erlebnis. Mit mindestens 556 Gattungen und 135 Familien sorgt die üppige Flora für einen hervorragenden und unvergesslichen Reiseaufenthalt.


Nirgendwo in Russland wirken sich die Wälder so entspannend auf die Gesundheit aus als hier. Diese Ökoregion gehoert zu den gemäßigten, biologisch vielfältigsten in ganz Nordasien Wäldern, es sind die besten und letzten Beispiele fuer Laub- und Mischwälder Ostasiens. Im Vergleich zu anderen gemäßigten Ökosystemen ist der Endemismus bei Pflanzen und Wirbellosen außerordentlich hoch in dieser Region. Auch Sachalin und südliche Kurilen beherbergen Laubmischwälder.


Lokale Tierarten

Hieseige Wälder sind eine wichtige Schutzumgebung für die Amurtiger und Leoparden. Außerdem leben hier der Moschushirsch, der mandschurische Hirsch und der Himalaya-Bär. Die Koexistenz der beiden Bärenarten, der Braunbären und der asiatischen Schwarzbären, verdeutlicht die Überlagerung borealer und gemäßigter asiatischer Lebensräume.


Zu seltenen Vogelarten zählen der chinesische Merganser, die Mandarinente, der Sibirische Fichtenhuhn und die Blakistonische Eule.


Die Artenvielfalt der Kurilen besteht aus 153 Vogelarten und 31 Säugetierarten. Etwa 3.000 Insektenarten sowie 48 Arten von Süßwasserfischen wurden hier registriert.