Das heilende und natürliche Potential der Region ist der Magnet, der Kururlauber in den Nordwesten der Region lockt. Der therapeutische Faktor ist der Hauptbestandteil des traditionellen Konzepts dieses Erholungsgebiets.


Land der tausend Seen

"Die Landschaft mit den Tausend Seen" - sagt man oft über das Steppenland, wo es mehr als zweitausend Seen gibt. Der Urzeit-Altai war einmal ein Meeresboden und ist heutzutage nicht umsonst als Naturheilbadegebiet bekannt. Hier findet man zahlreiche Süßwasser- und Salzseen, teilweise mit bitterem Geschmack. Der Heilschlamm-Effekt ist bereits mehrfach belegt, und zwar nicht nur durch frühe Schilderungen der dort schon seit Jahrhunderten beheimateten Völker, sondern auch durch die Erkenntnisse der neuesten Forschungsergebnisse. Außerdem kommen allsommerlich an diese Seen viele Gäste, die sich von der gesundheitsfördernden Wirkung dieses Wassers selbst überzeugt haben.

Die Heilwirkung der Schlammbäder von Guseletow ist überall bekannt und alljährlich tummeln sich Badende an den Gestaden des Malinowoje-, Jarowoje-, Kutschuker-, Borower-Sees usw. Darüber hinaus sind auch seltenere Seen wie der Dschira- und der Schukyrtus-See und viele hunderte andere Seen für den Tourismus zu entdecken. Ein endlos breiter Steppenhimmel, der in der Pracht der Sonne erstrahlt, und kilometerlange Nadelwälder, die sich bis weit über den Horizontbereich hinaus erstrecken, versinnbildlichen das Landschaftsbild des Altai-Steppengebietes, bieten aber zugleich auch ein enormes Wellness-Tourismuspotential.

Seit jeher möchten manche auf der ganzen Welt als Wanderer, Reisender oder Tourist ihre Chance ergreifen... Am meisten beeinflussten aber die Natur und Geschichte diese Landschaft in der ganzen Bandbreite. Noch vor ein paar Jahrmillionen war dies der Gletscherpfad, der seine Spuren als Überbleibsel von Kiefernwaldstreifen hinterließ. An dieser Stelle ist das Wasser des alten Meeres zurückgegangen, wie es die heute existierenden Seeketten untermauern.

Und dieses Gebiet galt schon immer als ein rätselhafter Fleck, wo jedes Jahr die Vogelschwärme zurückkehren. Schon zu Demidovs Zeiten wurde Meersalz und Holzkohle an die Silberhütten in Barnaul und Pawlowsk auf dem Wasserweg verschifft. Die Bauern sind nach dem Zweiten Weltkrieg hierher übersiedelt, um fruchtbares Terrain zu kultivieren.

Wohin auch immer der Weg gehen mag, es gibt immer wieder Gelegenheiten sich umzuschauen, auszuruhen und frische Kraft aufzutanken. Schon seit langem erfreuen sich die Salz-, Bitter-, Süßwasser- und Heilschlammseen, wo der Geruch von Kiefernadeln zu spüren ist, diesen Ruf.



Sawjalowsker Seen

Jedes Jahr strömen bis zu 200.000 Gäste zu den Sawjalowsker Seen, welche in der gleichnamigen Provinz der Region Altai liegen. Auf einem Areal von 220.000 Hektar befinden sich 330 Seen! Diese Seen enthalten einmalige Heilstoffe unterschiedlicher Beschaffenheit: schwefelhaltige, salzige oder pelloidangereicherte Moorschlämme, welche mit heilenden Organika ausgestattet sind. Zum Beispiel der moorige Schlamm des Soljonoe-Sees, der beinahe so salzreich ist wie vom Toten Meer, oder der blaue Moorschlamm (ein Schönheitstraum der Frauen!) oder das unvergleichliche Mineralwasser dieser Seen, das für seine Heilkraft bekannt ist.

Heute wird dieser Naturreichtum nicht nur von den Einheimischen genossen, er wird auch in den touristischen Bereich eingegliedert. Die Seen von Sawjalowsk können zwar nicht mit denen in Europa gleichgesetzt werden, aber in den Feriengebieten finden sich längst sibirische Saunaanlagen, Dampf- und Schlammbäder. Es sind Spielflächen für Kinder, Freizeitparks und sonstige Angebote entstanden und das Freizeitprogramm umfasst Ausflüge, Boots- und Anglertouren, Pferdereiten und Musikabende. Direktbusverbindungen in Richtung Kemerowo, Nowosibirsk und Barnaul sorgen für eine komfortable und zügige Anreise zu den Thermen. Man braucht nicht einmal seinen Reisekoffer oder Reisetasche mit irgendwelchen Kleinigkeiten zu füllen: beivor Ort kann man Zelte, Sonnenschirme und Strandliegen mieten.



Die Gusseletowskije Seen. Der Romanowskij Bezirk in der Altairegion.

Mitten im Himmel oberhalb der Steppenregion erstrecken sich die Strecken ewig Reisender: Hier ziehen jedes Jahr Vogelschwärme vorbei - Romantiker und Poeten genießen es. Auf der anderen Seite ruhen die Guseletowsker Seen im Romanowsker Bezirk - zur Gunst der Besucher und Freizeitliebhaber.

Die Heilwirkungen des Gewässers sind wissenschaftlich von den Fachleuten des Tomsker Institutes für Bäder und Rehabilitation untermauert. Doch das war nicht die einzige Feststellung der Wissenschaftler: Anstelle von Wasser gibt es in einem der Gorker Seen unvorstellbar große Mengen an heilendem Moor-Schlamm, welcher seit geraumer Zeit im Luftkurort Belokuricha und in den Kuranstalten von Barnaul eingesetzt wird, zudem kommen auch die Einheimischen gern in die Guseletowsker "Schlammgruben", um sich dort zu heilen. Zahllose Familiensammlungen beinhalten Originalbilder von verschmierten Badenden sowie staubige Ambulanzakten in den nahegelegenen Kliniken, da deren Besitzer durch reguläre Kuren in den Guseletowsker Seen gesundheitlich abgesichert sind.

Auch für einen sportlichen Kurzurlaub sind diese Ortschaften prädestiniert. Bei Anglern kommen die Süßwasserseen sehr gut an und in der Jagdzeit kommen Jäger richtig auf Touren: mitten in der Nacht im Pinienwald, bei Sonnenaufgang auf dem Schilf, eine leckere Fischsuppe auf einem Lagerfeuer.... Bis vor Kurzem, vor ein paar Jahrzehnten, hielt man also die Rekreation an den Gusseletowskije-Seen noch für nicht organisierbar - es gab hier nur Wildcamping. Gemütliche Urlauber ließen sich mit hinreißenden Berichten über diese Landschaft abfinden.

Damals konnten die Urlauber erst in Eigenregie ihre Reise organisieren, anschließend Zelte aufbauen und später in den Genuss der Natur und der "Abwesenheit von Zivilisation" kommen. Für diejenigen, die angenehme Verhältnisse erwarteten, galt es, lediglich mit den leidenschaftlichen Erzählungen über jene Orte zufrieden zu sein. Das sieht inzwischen völlig anders aus. Ein Feriencampingplatz am Seestrand, eine Gaststätte, ein Geschäft und sanitäre Einrichtungen stehen zur Verfügung. Von einem artesischen Brunnen wird jeder mit sehr schmackhaftem Wasser versorgt. Nachdem man in Salzwasser gebadet hat, sind auch Duschkabinen vorhanden, woran niemand zu zweifeln vermag. Eine russische Sauna (Banja) ist ebenfalls vorhanden. Heutzutage ist es möglich, sich in Zelten aufzuhalten. Hierfür wurden besondere Bereiche mit Feuerplätzen angelegt. "Wilde" Ferien, wie es im Russischen heißt, erfordern kultivierte Bewahrung der Natur. Die Vorstellung für die Zukunft ist der weitere Infrastrukturausbau; die Schaffung einer eigenen Spa-Zone im Rahmen des Machbaren, denn alle Vorbedingungen dafür gibt es.

Darüber hinaus gibt es auch einen Feriencampingplatz, eine Cafeteria, Duschkabinen und sonstige Anlagen, die den minimalen Komfortanforderungen von Urlaubern nachkommen. Wassersportbegeisterte sind herzlich willkommen auf Katamaran- oder Bootstouren. Die Rettungsschwimmer gewährleisten dabei die Wassersicherheit; im Übrigen stellt die Wahrscheinlichkeit von Ertrinken hier ein sehr geringes Problem dar - das Wasser ist gewöhnlich flach und sehr salzhaltig wie im Meer.

Und im Winter sind die Guseletowsker Seen ausgesprochen sehenswert. Das gefrorene Wasser und ein herrlich schneebedeckter Kiefernwald laden nicht nur zum Langlaufen in der Natur, sondern auch zum Profisport ein.



Mormyschanskoje See

Das Prüflabor für Naturheilquellen am Tomsker Forschungsinstitut für Krankengymnastik befasste sich mit den Wasser- und Bodenbelägen des Mormyschanskoje-Sees. Diese wurden als chlorid-, natrium- und alkalihaltig deklariert und mit den kostbaren Inhaltsstoffen Bor und Borsäure angereichert. Sie sind bei Krankheiten der Skelettmuskeln, des zentralen und dezentralen Nervenapparates, des Verdauungssystems, der Geschlechtsorgane sowie bei HNO-Erkrankungen empfohlen. Das Kristallsalzsole-Peloid lässt sich auch bei untypischen, anhaltenden Atemwegs- und Kreislauferkrankungen, Brandwunden, Erstarrungen und zur örtlichen Versorgung von Narbengewebe einsetzen.

Der Schlammbestand reicht sehr weit. Einer der Seen, der so gut wie kein Wasser mehr hat, der aber riesige Heilschlammbildungen beherbergt, dehnt sich über eine Strecke von etwa sechs Kilometern aus und stellt nun den Kurorten von Barnaul und der Badestadt Belokuricha dieses Elixier zur Verfügung. Selbstheilungskuren auf dem Campingplatz werden von den Feriengästen gerne arrangiert.