Sibirien ist ein riesiges Gebiet in verschiedenen Klima- und Zeitzonen. Große Flüsse, die Regionen trennen und Menschen und sogar Alter verbinden - das kann niemanden gleichgültig lassen.

Wer zum ersten Mal hierher kommen möchte beziehungsweise einen Gegenbesuch plant, sollte auf jeden Fall die Möglichkeit einer Kreuzfahrt in Betracht ziehen. Reisende schätzen heute besonders die Flusskreuzfahrten auf Jenissei und Lena. Die Größe der mächtigen Wasserströme wird einen mit Energie sättigen und erlaubt es, die Einsamkeit fernab der Zivilisation zu genießen und Kontakt mit der lokalen Kultur und Bräuchen aufzunehmen.

Die Monate Juli und August eignen sich am besten für eine Reise durch Sibirien, da das Klima angenehm und warm ist. In dieser Zeit kommen Besucher, die gerne entlang von Lena oder Jenissei reisen, aber auch Touristen, die sich für die Besichtigung von Städten und historischen Denkmälern entscheiden.


Der Jenisej ist mit seinen 4.129 Kilometern ein Wasserweg, welcher als Schnittstelle und Grenze zwischen dem östlichen und westlichen Sibirien gilt; es handelt sich um den viertgrößten Fluss in Asien und den zweitgrößten Fluss in Russland. Mit den Zuflüssen Angara, Selenga und Ider umfasst er ein Gebiet von 2.598.897 Quadratkilometern (1.003.474 m²).

Beim Jenisej wiederum handelt es sich um den Einlauf des Bolschoj-Jenisej (Groß-Jenisej) und des Kleinen Jenisej in Kizil im Tannu-Ola-Gebirge. Er verläuft in Richtung Norden bis zum Karasee im Arktischen Ozean. Der Fluß speist den Oberlauf durch Wasserkraft. Am Ostufer des Mittelflusses sind umfangreiche Bodenschätze vorhanden und nahe Ortschaft Dudinka kommt es zu einer Ölförderung. Die am Fluss gelegene Stadt Igarka ist eine der wichtigsten Holz ausführenden Industriestandorte Russlands. Im Sommer kann man auf dem Jenisej navigieren.



Erforschung und Erschließung

Das Areal um Jenisej ist zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts unter anderem von Kosaken und Fellhändlern bevölkert worden. Die ersten russischen Einwanderer siedelten sich 1607 auf dem Jenisej an, als eine Winterstation am Turuchan- Fluss eingerichtet wurde (ein linksseitiger Nebenfluss, der den Jenisej direkt unterhalb des unteren Tunguska Zusammenflusses verbindet). Novgoroder Kaufleute könnten jedoch schon im 11. Jahrhundert mit den Völkern des Talgebietes gehandelt haben. Im Jahre 1619 wurde eine Festung gebaut. Neun Jahre später wurde Krasnij Jar (heute Krasnojarsk) gegründet, und 1652 wurde Irkutsk besiedelt. Von diesen Orten führten die Straßen nach Osten in das burjatische Land und nach Süden in das fruchtbare Minusinsker Becken. Der russische Einfluss auf dem Gebiet des Yenisey wurde Anfang des 18. Jahrhunderts endgültig gesichert. Die Erforschung der Flüsse wurde dann mit einer Abteilung der Großen Nordexpedition (1733-42) eingeleitet und hielt bis zum 19. und 20. Jahrhundert an, als Adolf Erik Nordenskiöld 1875 das Flussdelta erstmalig erforschte. Der untere Jenisej wurde durch eine Expedition von 1894-96 erforscht; und von 1907 bis 1912 wurde der gesamte Fluss von einigen Forschern genauer untersucht.

In der kleinen Bevölkerungsgruppe im Norden von Jenisej-Nord hat sich das indigene Leben auch heutzutage noch erhalten. Hier kann man Menschen treffen, die ausschließlich durch Rentiere unterwegs sind, in Tschum zu Hause sind und wo Licht und Wärme vom offenen Feuer ausgehen. Sie behalten dabei jedoch ihre Kultur, naives Vertrauen und Umweltbewusstsein. Den Jägern und den Anglern bietet sich absolute Freizügigkeit: Besonders im Norden gelten die Gewässer als besonders reich an wertvollen Fischsorten wie Taimen, Sig, Äsche und Lenok.



Der Stausee

Die Krasnojarsker Talsperre ist eines von zehn weltweit größten Kunstwassergebieten. Nur die Stauseen Samara an der Wolga und der Bratsker Stausee an der Angara können damit wetteifern. Entstanden ist das Krasnojarsker Meer durch den Wasserkraftwerkbau, hier am wasserreichsten Fluss Sibiriens. Vom Diwnogorsk bis zur Hauptstadt der Republik Chakassien Abakan reicht das künstliche Meer über 400 km. Es umfasst ein Areal von 2.000 Quadratkilometern mit 73 Kubikkilometern Wasser, also nahezu der dreifachen Größe der Ostsee. Der Krasnojarsker Stausee nimmt in Russland den zweiten Platz in Bezug auf die Wassermenge ein.

Besonders beliebt ist die Ortschaft Schumicha am Krasnojarsker Stausee. Es gibt viele Segelboote, die in der Gemeinde zu finden sind. Wer segelt, erlebt Entspannung als eine Art Unvergesslichkeit, als eine romantische Erfahrung. Von hier aus bietet sich ein Bootsausflug zum gegenüberliegenden idyllischen Küstenabschnitt des Sajan-Gebirges an, wo man spazieren gehen und baden kann oder eine geführte Tour entlang des Flusses Birjussa geniessen kann, an dessen Ufern die sogenannte "Sibirische Schweiz" liegt. Birjussa ist ein geschütztes Gebiet. Der tiefste Punkt des Krasnojarsker Stausees (105 m) ist hier gelegen. Unerreichbar senkrecht stehende Felswände, wo sich der Adler nistet, tauchen schlagartig in die Tiefe, während die alten Steinhöhlen ihre schwarzen Löcher offenbaren und im Uferbereich die Wildnisspuren zu sehen sind. Hier beträgt die Wasser-Temperatur stets um 5 Grad über der des Krasnojarsker Stausees. Das Löwentor ist ein spezieller Platz bei Birjussa. Es handelt sich um einen ausgefallenen Felsbrocken mit durchgezogener Höhlung, wovon ein herrlicher Rundblick über die ganze Bucht geboten wird. Im oberen Teil des Jenisseis bietet das Krasnojarsker Meer ebene und sandige Badestrände, also ideal zum Badespaß und Erholung.

In der Sommersaison sind hier viele Hydromotorräder, Motor- und Tretboote, sowie Katamarane und Lastkähne zu finden. Es besteht die Möglichkeit mit Wasserski oder Boot zu fahren. Zu Gast am Krasnojarsker Stausee ist es möglich, eine Hütte zu mieten oder ein Wildcamp aufzustellen.



Der Staudamm

Der Krasnojarsker Staudamm ist ein 124 m hoher Beton-Schwergewichtsdamm, der sich am Jenissei ca. 30 km flussaufwärts von Krasnojarsk in Divnogorsk, Russland, befindet. Sie wurde von 1956 bis 1972 gebaut und liefert 6.000 MW Leistung, die hauptsächlich zur Versorgung Krasnojarsker Aluminiumwerken verwendet werden. Durch die Stauung entstand der Stausee Krasnojarsk. Dieser Stausee, informell bekannt als das Krasnojarsker Meer, hat eine Fläche von 2000 km2 und ein Volumen von 73,3 km3. Der Staudamm ist 388 km lang und 15 km breit, hat eine durchschnittliche Tiefe von 36,6 m und eine Tiefe von 105 m in der Nähe des Staudamms, was das lokale Klima stark beeinflusst; normalerweise würde der Fluss im bitterkalten sibirischen Winter zufrieren, aber da der Staudamm das ganze Jahr über ungefrorenes Wasser freisetzt, friert der Fluss im 200 bis 300 km langen Flussabschnitt unmittelbar unterhalb des Staudamms nie ein. Im Winter interagiert die frigide Luft mit dem warmen Flusswasser, um Nebel zu erzeugen, der Krasnojarsk und andere stromabwärts gelegene Gebiete umhüllt. Es handelt sich um eine elektrische Zahnradbahn. Die Spurweite ist es. Diese technische Meisterleistung erlaubte es zum Zeitpunkt der Konstruktion, Schiffe in nur 90 Minuten physisch umzurüsten. Als Wahrzeichen der Stadt Krasnojarsk wird es auf dem 10-Rubel-Schein dargestellt.

Die Talsperre ist eine 124 Meter große Betonschwerkraftmauer, etwa 30 Kilometer stromaufwärts von Krasnojarsk in Diwnogorsk. Gebaut in der Zeit zwischen 1956 und 1972, stellt sie eine Leistungskapazität von 6.000 Megawatt zur Verfügung, die überwiegend für die Produktion im Aluminiumwerk Krasnojarsk bestimmt ist. Durch den Staudamm kam der Krasnojarsker Staubecken zustande. Dieses Reservoir, auch als Krasnojarsker Meer bekannt, umfasst ein Gebiet von 2000 Quadratkilometern und ein Fassungsvermögen von 73,3 Kubikkilometern. Der Damm ist 388 Kilometer lang und 15 Kilometer breit, misst eine Wassertiefe von durchschnittlich 36,6 Metern, in der Nähe der Staumauer 105 Meter, wodurch das örtliche Umfeld erheblich beeinträchtigt wird; üblicherweise gefriert der Fluss im klirrend kalten Sibirischen Winter, doch weil der Damm ganzjährig nicht gefrorenes Wasser abgibt, erstarrt er nicht im 200 bis 300 Kilometer langen Teil des Flusses direkt am Staudamm. Die eisige Luft wirkt im Winter mit dem erwärmten Wasser zusammen und verursacht Nebel, der Krasnojarsk sowie weitere flussabwärts liegende Bereiche einfängt.

Bis zur Fertigstellung des Drei-Schluchten-Staudamms war der Schiffslift beim Stausee Russlands einziges Schiffshebewerk und zugleich der weltweit größte. Die Zahnradbahn verfügt über einen Elektroantrieb, Schiffe mit einer Nutzlast von bis zu 2000 Tonnen können transportiert werden. Mit diesem technologischen Meisterwerk wurden die Schiffe zum Bauzeitpunkt innerhalb von lediglich 90 Minuten umgestellt. Die 10 Rubel-Note zeigt dies als ein Wahrzeichen von Krasnojarsk.



Kreuzfahrten

Eine Rundfahrt entlang des Jenisej eröffnet einen einmaligen Einblick in die grandiose Landschaft Sibiriens, führt von Süden nach Norden durch die Umgebung von Krasnojarsk, über das Sajan-Gebirge zur Taimir-Halbinsel und bringt den Besucher zu den wichtigsten Plätzen seinen Ufern. Die Route Krasnojarsk-Dudinka-Krasnojarsk erfreut sich im Sommer immer größerer Beliebtheit. Der Ausflug führt durch Orte wie Jenisseisk, Worogowo, Alinskie peski, Turuchansk, Igarka, Jermakowo, Bachta und Dudinka. Auf der Fahrt entdecken die Gäste die historische Provinzhauptstadt Jenisseisk mit den Kirchen und Klosteranlagen, den prächtigen Tempelbauten und Holzbauwerken, die bis heute ihre Form und Gestalt bewahrt haben.

Auf dem Weg durch den Ort Worogowo kann man die Sitten und Gebräuche der Altgläubigen kennen lernen. In Turuchansk steht das örtliche Museum und das Swjato-Troizkij Kloster, wo sich die geheiligten Überreste von dem Heiligen Wassilij Mangaseiskij befinden.

295 Kilometer von der Turuchansk entfernt, in Igarka, befindet sich in 7-10 Meter Tiefe das wohl einzigartige Museum zur Geschichte der Permafrostbildung. Dort kann man das außergewöhnliche Wunderwerk der Natur in einem Alter von ca. 50.000 Jahren bewundern, und zwar den "Eisberg". Eine andere Thematik im Rahmen der Ausstellung ist die Konstruktionsgeschichte der Bahnlinie "Salechard-Igarka", die Ende der 1940-er Jahre errichtet wurde. Außerdem gibt das Museum einen Überblick zur Entstehung der Polarluftflotte wie auch zur Vergangenheit des Stalinmuseums im Dorf Kurejka.