In Sibirien sind im Jahre 1803 insgesamt 115 Steinkirchen erfasst worden, welche größtenteils innerhalb einer vom ukrainischen Barock geprägten provinziellen Version des russischen Barock erbaut wurden. Dabei wurden teilweise gar lamaistische Elemente integriert. In Irkutsk, Tobolsk und Tomsk ist der überwiegende Teil der Gebäude bewahrt geblieben. Das originale Innere von barocken sibirischen Bauwerken ist nur noch in der Irkutsker Kreuzkirche zu sehen

Wie die überwiegende Mehrheit der russischen (usorotsch'je - Russisches Muster) und barocken Gebäude sind die sibirischen Kirchen des 18. Jahrhunderts astylar. Sowohl das Refektorium als auch die Glockentürme vereinigen sich im westlichen Teil. Die Ikonen hier verkleinern sich in der Regel zunehmend in ihren Ausmaßen (In diesem Sinne nannte Anri Kaptikow das Verfahren die "barocke fortgeschrittene Form"). Dekorationsbedingt sind fremdartige und exotische Motivationen zu sehen, vermutlich orientalischer Prägung (z.B. gepfeilte und "feuernde" Korpusse, stupaartige Gestalten und Dharmacakren).